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Donnerstag, 28. März 2013

Ich glotz' TV...ab wann?



Bevor die Kinder auf der Welt sind, hat man ja immer sehr genaue Vorstellungen, was man als Eltern so erziehungstechnisch umsetzen möchte und was nicht. Bei mir bedeutete das unter anderem: kein Fernsehen vor 3 Jahren. Das hatte ich mir fest vorgenommen. Das liest man dann auch immer mal wieder in schlauen Büchern (siehe auch hier!)

Die Realität sah dann anders aus. Als mein Sohn mit ca. 1 1/2 fiebrig, verschnupft und traurig auf meinem Arm hing, habe ich ihm dann auf YouTube das "Quietscheentchen"-Lied von Ernie vorgespielt. Er fand es toll. Und es ist ja erstaunlich, wie schnell Kinder lernen. Schnell hatte er raus, dass man mit Mamas Laptop noch andere Dinge tun kann als arbeiten. Einmal habe ich ihm einen kurzen Clip von einem Baby vorgespielt, das mit einem zuckersüßen Gesichtsausdruck jede Frage seiner Eltern mit einem vehementen "No!", "No, no!" oder sogar "No, no, no!" beantwortete. 
Er fand es so witzig, dass er es immer nachgemacht hat und immer, wenn er mich dann am Rechner gesehen hat, kam er an und fragte: "Mama, no no?". Natürlich habe ich nicht immer nachgegeben, aber seither durfte er immer mal wieder kleine Clips auf YouTube anschauen. Ein Dauerbrenner ist dabei "Manah Manah" in der Version von den Muppets. 

Da nun das Kind ohnehin in den medialen Brunnen gefallen war, haben wir dann begonnen auch schon mal Ausschnitte aus den "Zoogeschichten" mit ihm im Fernsehen anzuschauen und inzwischen, kurz vor seinem zweiten Geburtstag, schauen wir alle drei jeden Abend vor dem Zubettgehen 10 Minuten Sandmännchen (Sandmänne!). Er findet es ganz großartig und kommentiert alles lebhaft. Als Anmoderation beim Sandmännchen gibt es auf KiKa das "Baumhaus" und dort schauen die Moderatoren durch ein Fernrohr und die Sterne bringen selbstgemalte Bilder der Kinder. Unser Kleiner freut sich schon immer total darauf. "Bilder!" Und dann rät er, was auf den Bildern zu sehen ist. "Wolke malt!" oder "Neemann!" oder was auch immer gerade zu sehen ist. Oft erkennt er es erstaunlich gut, wo wir als Erwachsene Mühe haben. 

Ich bin dann immer hin und hergerissen. Einerseits frage ich mich, ob es nicht doch ein bisschen zu früh ist, um ihn ans Fernsehen zu gewöhnen, andererseits sitzt er nicht nur passiv gebannt vor dem Bildschirm, er kommentiert und spricht mit uns über das, was er sieht. Einmal habe ich mit ihm einen Ausschnitt aus den "Zoogeschichten" geschaut und es wurde gerade ein Fischbecken gereinigt und die Bewohner in großen Tanks ausgelagert. Dann sollten die Fische mit einem Kescher wieder eingefangen und in das gesäuberte Becken zurück transportiert werden. Mein Sohnemann saß auf meinem einen Bein, die Katze hockte auf dem anderen und wurde von uns beiden gekrault. Ich erklärte ihm, was es zu sehen gab und er wollte es mir natürlich gleich tun und auch einen "Kleinen" haben, dem er etwas erklären muss. Er drehte sich zur Katze, stupste sie an und sagte: "Fisse, Miau...guck!". Das war richtig süß. 

Ich versuche, die Fernseh- bzw. YouTube-Dosis sehr gering zu halten und ich achte darauf, dass er natürlich nicht alleine vor dem Gerät sitzt und ich lasse auch nicht einfach den Fernseher laufen oder schaue mir selber Sendungen an, während er im Raum spielt. Ich hätte dabei Bedenken, dass er dabei unbewusst Bilder aufnimmt, die er noch nicht verarbeiten kann (z.B. aus den Nachrichten oder Ähnlichem). Es ist immer jemand dabei und wir sprechen über das, was es zu sehen gibt. Er hat großen Spaß daran und inzwischen hat er auch gelernt, dass man irgendwann aus macht. Es gibt kein großes Gezeter mehr, wie am Anfang. Manchmal sagt er sogar selber nach dem Sandmännchen. "Aus! Badewanne!". Es ist für ihn einfach Teil des Abendrituals geworden. Trotzdem frage ich mich manchmal, ob ich zu früh angefangen habe.

Ein weiteres Problem stellten schnell unsere Smartphones und Papas iPad dar. Als einmal die Krabbelgruppe bei uns war, schauten wir gerade ein Bilderbuch an und fragten uns, was für ein Geräusch eigentlich eine Giraffe macht. Meine Nachbarin und ich waren uns einig, sie macht gar keins, aber eine andere Mama wusste es besser. Sie hatte fürs Smartphone eine App mit ganz vielen Tieren, bei der man sich anhören konnte, welche Geräusche sie machen. Man kann die Tiere anklicken und hat jeweils Männchen, Weibchen und Junges zur Auswahl und noch einen Button, wo dann Bilder von dem Tier angezeigt werden und dazu ein passendes Musikstück läuft. Ich fand das eigentlich ganz süß gemacht und habe es mir auch direkt heruntergeladen. Man glaubt gar nicht, wie schnell mein Lütter es raus hatte mit dem Fingerchen auf dem Touchscreen herumzufahren, das gesperrte Handy zu entriegeln (!), indem er den Pfeil über den Bildschirm zog. Ich musste mir extra eine PIN-Sperre einrichten, damit er nicht ständig selber an das Handy geht. Einerseits ein Zeichen für die Benutzerfreundlichkeit der Bedienoberflächen, andererseits auch ein Zeichen, wie schnell Kinder lernen. Auch Papa hatte ein paar kindertaugliche Apps auf sein iPad geladen. Da gibt es zum Beispiel einfache Puzzle, bei denen man die Teile mit dem Finger auf dem Bildschirm bewegen und an die richtige Stelle ziehen kann. Hat man das Tier zusammengepuzzelt, macht es das entsprechende Geräusch. Unser Kleiner hat am allerliebsten die Biene und die Ziege und er ist schon richtig gut geworden. Und obwohl er wirklich konzentriert zur Sache geht und es eigentlich ja auch nicht viel anders ist, als wenn er ein "analoges" Puzzle zusammensetzen würde (mal vom haptischen Erlebnis abgesehen), habe ich wieder Bedenken und ein schlechtes Gewissen. 

Andererseits sind Computer, Handy und Co aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken und mit einer schreibenden Lehrerin und einem IT-Fritzen als Eltern sieht man ja auch ständig die Erwachsenen mit dem Rechner hantieren. Wir leben da ja nicht gerade Technik-Abstinenz vor. Die Frage ist also: schadet es den lieben Kleinen oder kann das Heranführen an diese Medien vielleicht sogar nützen? 

Was ich auf keinen Fall fördern möchte ist eine passive Konsumhaltung und ich möchte ein Gespür für ein gesundes Maß vermitteln, was sicher noch eine Herausforderung wird, sobald der Junior die Fernbedienung erobert und man sie nicht mehr so leicht außer Reichweite befördern kann.

Bei der kleinen Schwester, die in ein paar Tagen zur Welt kommen wird, werden wir es sowieso nicht mehr so gut verhindern können, dass sie früher an die Medien herangeführt wird. Das wird genauso sein wie mit den Süßigkeiten. Was der Große darf, bekommt sie ja dann auch mit. Vielleicht sollte ich mich einfach ein bisschen entkrampfen und mein schlechtes Gewissen abstellen? Immerhin lade ich den Kleinen nicht einfach vor der Glotze ab, um meine Ruhe zu haben, spiele vor ihm irgendwelche brutalen Ballerspiele oder schaue mir Filme mit Gewaltdarstellungen an, während er im Raum ist. Und solange das Sandmännchen den Traumsand noch nicht mit dem Raketenwerfer verteilt ist ja vielleicht noch alles in einem pädagogisch verträglichen Rahmen. 

Wie haltet ihr es mit den lieben Medien?

Mittwoch, 20. März 2013

Unsere liebsten Bilderbücher: der Tutti-Mutti Buchtipp

Unser Sohn ist fast zwei Jahre alt, war aber seit er motorisch dazu in der Lage war schon immer ein begeisterter "Leser". Zunächst war allein das Umblättern wohl der Reiz, dann hat er aber auch immer konzentrierter die Bilder studiert und kann immer wieder etwas Neues entdecken. Er beschäftigt sich gerne und lange mit Bilderbüchern. Zunehmend auch alleine, aber meistens kommt er damit zu Mama oder Papa mit der Aufforderung "Buch schaue!" oder "Angucke!". 

So ist inzwischen schon eine ziemliche Bibliothek entstanden, aber natürlich sind einige Bücher schon wesentlich stärker "abgeliebt" als andere und werden viel häufiger aus dem Regal gezogen. Das brachte mich auf die Idee, hier mal unseren "Buchtipp" zum besten zu geben. 

1. Christiane Hansen, Sandra Grimm: Bist du meine Mama? 



Das kleine Küken sucht seine Mama und es begegnet auf der Suche allerlei Tieren auf dem Hof, die sich hinter Klappen verbergen, die auch schon die ganz Kleinen gut selber öffnen können. Immer wieder stellt es die Frage: "Bist du meine Mama?". Die Tiere antworten: "Nein, ich bin der/die ..." und machen dazu das entsprechende Geräusch. Dann folgen sie dem Küken, um ihm beim Suchen zu helfen und dazu gibt es eine gereimte Geschichte, in der die jeweiligen Tierlaute wie beim "Kofferpacken"-Spiel immer wiederholt werden. Schon als mein Sohn noch ziemlich klein war, konnte ich das Buch meistens richtig vorlesen, ohne dass er ungeduldig weiterblättern wollte. Die Wiederholungen und die immer wiederkehrende Struktur (Begegnung mit einem Tier, Reim, dann nächste Begegnung) machen es Kindern leicht zu folgen. 
Schließlich findet das Küken natürlich irgendwann auch seine Mama und alle freuen sich mit ihm. 
Unser Buch sieht schon ganz ramponiert aus, weil der Sohnemann es wirklich heiß und innig liebt. Und auch ich finde es liebevoll gemacht. Es gibt auf den Seiten genug zu entdecken, ohne dass sie überladen wären oder die Hintergrunddetails vom Wesentlichen ablenken. Mittlerweile macht es meinem Sohn Spaß, auch die Kleinigkeiten im Hintergrund zu entdecken. 

2. Hartmut Bieber: Guck mal, hier wohnt Bodo Bär!


Bücher mit Klappen haben es unserem Sohnemann ja angetan und auch hier bei Bodo Bär kann man schauen, was sich in Schränken oder unterm Sofakissen verbirgt. In diesem Buch sind die Klappen allerdings kleiner und schon teilweise recht schwer zu öffnen. Ich musste häufig nachhelfen, indem ich die Seite ein bisschen "biege" und die Klappe von selber etwas aufspringt, so dass der Kleine mit dem Fingerchen dahinter kam. 
Hier werden wir auf der Suche nach der kleinen gelben Ente Raum für Raum durch Bodo Bärs Heim geführt und auf jeder Seite gibt es viel zu entdecken. Auf der linken Seite sieht man Gegenstände, die man auf dem großen Bild rechts dann suchen kann. Im Prinzip ist es also eine Art Wimmelbilderbuch, aber nicht zu überladen und unübersichtlich. Es gibt einige Motive, die auf jeder Seite zu finden sind, wie zum Beispiel die kleine gelbe Ente, die sich überall versteckt oder die Mäuse, die zum Beispiel ihre eigene kleine Badewanne haben oder auch mal mit dem Motorroller durch die Küche fahren. 
Von Bodo Bär gibt es noch mehr Bilderbücher, die auch sehr schön gemacht sind, unter anderem gibt es auch Bodo Bär im Weihnachtshaus, aber dieses hier ist immer noch der Liebling. 

3. Sybille Brauer: Bilder suchen - Wörter finden


Ein sehr schön gemachtes Wimmelbilderbuch für die Kleineren. Es gibt viel zu sehen, aber die Seiten sind nicht zu unruhig oder zu unübersichtlich. Am Rand sind jeweils Gegenstände abgebildet und bezeichnet, die man auf dem großen Bild in der Mitte finden kann. 
Dabei führt das Buch durch verschiedene Themenwelten aus dem Alltag wie das Kinderzimmer, das Bad, den Garten, die Küche, den Keller, den Spielplatz, die Stadt, den Strand, den Supermarkt und den Bauernhof. 
Unser Sohn hat hier sehr schnell ganz viele Begriffe gelernt und schaut sich das Buch immer wieder gerne an. Überall finden sich nette kleine Szenen, die man kommentieren kann und der Kleine entdeckt auch immer wieder Neues und freut sich auch immer wieder über dieselben Kleinigkeiten. 

4. Monika Neubacher-Fesser, Daniela Prusse: Was machen die großen Fahrzeuge? 

Seit bei uns vor dem Haus die Straße gemacht wurde und täglich große Bagger und Baumaschinen unterwegs waren, hat alles was fährt und Krach macht eine große Anziehungskraft auf unseren Kleinen. "Bagger" war eines seiner ersten Wörter. Hier gibt es Traktoren, Feuerwehrautos, Bagger, Polizeiautos und die Müllabfuhr zu entdecken. Letztere hat es unserem Sohn zur Zeit besonders angetan. 
Die Fahrzeuge sind jeweils zweimal in unterschiedlichen Szenarien abgebildet, das funktioniert mit einem Loch im Buch. Oben gibt es ein Register, so dass die Kleinen direkt zu ihrem Lieblingsfahrzeug springen können. 
Aber auch neben den Fahrzeugen gibt es viel zu entdecken. Tiere auf dem Bauernhof, Menschen in der Stadt, kleine Szenen und Geschichten rund um die Fahrzeuge. Die Seiten sind sehr dick und stabil, was mir auch sehr gut gefällt, sonst wäre das Buch bestimmt auch schon viel zerfledderter, so oft, wie es aus dem Regal geholt wird. 

Ich hoffe, ich konnte ein paar Anregungen geben und euch gefallen die Bücher auch so gut. Wenn ihr selber noch Buchtipps habt, bitte gerne in den Kommentaren oder per E-Mail. :-)