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Montag, 20. April 2015

Kinder und die Technik

Der Umgang mit der modernen Technik und vor allem den Medien ist meiner Meinung nach eine große Herausforderung unserer Zeit. Versuchen wir, unsere Kinder so schnell wie möglich an eine digitalisierte und technisierte Welt und den Umgang mit der Technik zu gewöhnen, um sie in unserer modernen Welt handlungsfähig zu machen? Oder versuchen wir sie so lange wie möglich von der Technik fernzuhalten, weil wir sie für schädlich halten?

Ich selbst bin da zwiegespalten. Bei meinem Großen habe ich noch versucht, ihn so wenig wie möglich den Medien und der Technik auszusetzen. Wir haben nur wenig Blinke- und Dudel-Spielzeug und ich habe mit dem Fernsehen sehr aufgepasst. Nicht zu früh und nie ohne uns. Dann hat er allerdings Kinder-Apps auf Papas iPad entdeckt und ich war irgendwie so fasziniert davon, wie schnell ein Kind lernt, damit umzugehen, dass ich es auch nicht unterbunden habe. Klar, er darf jetzt nicht den ganzen Tag damit herumdaddeln. Aber hin und wieder. Und er spielt dann Puzzles, Memory oder ein Spiel, wo er auf einem Straßenplan den Krankenwagen zum Krankenhaus leiten muss. Eigentlich doch nicht so verkehrt, oder? Die Kleine hat natürlich schon viel früher angefangen, mitzugucken und ist ein riesiger Fan von Shaun das Schaf. Beide Kinder sind ganz heiß auf "Simon's Cat", seit ich ihnen auf YouTube mal einen Clip vorgespielt habe.

Wahrscheinlich ist es - wie bei so vielem - wichtig, das richtige Maß zu finden. Im Vergleich konsumieren unsere Kinder glaube ich noch immer verhältnismäßig wenig Medien. Sie sind viel draußen, bewegen sich viel, spielen mit anderen Kindern, lesen gern mit mir Bilderbücher… bisher finde ich, dass sie noch genug Alternativen finden und noch genug Ausgleich zum passiven Konsum besteht. Wenn das Verhältnis sich irgendwann dreht, fange ich an, mir Sorgen zu machen. 

Unser Sohn hat sich auch gern unsere Smartphones geschnappt und Fotos gemacht (das geht ja auch ohne das Gerät zu entsperren). Natürlich war viel Müll dabei, aber auch einige gute Schnappschüsse. So haben wir jetzt beschlossen, ihm zum vierten Geburtstag meine alte Digitalkamera zu schenken, die ohnehin nur im Schrank herumlag. Meine Mutter war ziemlich geschockt und fand das viel zu früh. Sie meint, die Kinder lernen so den Wert der Sachen nicht richtig einzuschätzen. Ich bin da hin- und hergerissen. Es fasziniert mich, wie schnell er den Umgang mit der Kamera ganz intuitiv gelernt hat. Natürlich fotografiert er immer noch alles Mögliche und es gibt jede Menge abgeschnittene Köpfe, verwackelte Nahaufnahmen von undefinierbaren Gegenständen. Doch ich werde ihm demnächst zeigen, wie er es besser machen kann. Er hat so viel Spaß beim Fotografieren, dass ich dachte: warum eigentlich nicht? Warum nicht fördern, wo doch ein offensichtliches Interesse besteht? 

Ich selber arbeite viel am Computer, mein Mann ist im IT-Bereich beruflich tätig, die Kinder sehen uns ständig hinter unseren Laptops sitzen. Warum sollten wir tun, als ob das alles Teufelswerk ist? Ich versuche einfach, es so gut es geht zu dosieren. Außerdem lade ich die Kinder nicht allein vor dem Fernseher ab. Ich schaue mit ihnen zusammen. Manchmal dürfen sie auch Fernsehen gucken, wenn ich koche oder anderweitig beschäftigt bin. Dann schauen sie aber DVDs und nur Sachen, die ich kenne. Im Moment ist bei uns "Petterson und Findus" ganz groß - und da muss ich ja zugeben, dass ich das auch gern sehe. 

Wie haltet ihr es mit der Technik? 

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